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Honorardeckel für Wahlärzt*innen?

12. März 2025

Gesundheitsministerin Korinna Schumann (SPÖ) hat Anfang März angekündigt, neue Maßnahmen für mehr Transparenz und Fairness bei Wahlarzthonoraren zu prüfen. Im Gespräch sind unter anderem variable Honorardeckelungen – ähnlich wie in Deutschland – sowie veröffentlichte Musterhonorare durch die Ärztekammer.

Hintergrund ist eine Entwicklung, die viele Familien zunehmend belastet: Immer mehr Ärztinnen und Ärzte arbeiten als Wahlärztinnen, während das Angebot an Kassenstellen sinkt. Patientinnen müssen die Behandlung zunächst selbst bezahlen und erhalten anschließend nur einen Teil der Kosten von der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) zurück – berechnet auf Basis des deutlich niedrigeren Kassentarifs.

Allein im vergangenen Jahr wurden laut Gesundheitsministerium Honorare in Höhe von 766 Millionen Euro bei der ÖGK zur Refundierung eingereicht.

Schumann erklärte dazu:
„Ich möchte nicht, dass eine Familie am Tisch sitzt und sich überlegen muss, wie sie das Geld für die Behandlung des Kindes zusammenbekommt. Das ist kein Gesundheitssystem, das ich mir vorstellen will.“

Während die ÖGK und die Gewerkschaft GPA die Überlegungen unterstützen, kommt Kritik von der Ärztekammer. Sie warnt vor staatlichen Eingriffen in die Preisgestaltung und spricht von „populistischer Symbolpolitik“.

#besserbehandelt heißt auch: Kindergesundheit ganzheitlich denken

Aus Sicht von #besserbehandelt ist die grundsätzliche Haltung der Gesundheitsministerin zu begrüßen. Gleichzeitig trifft sie nur einen Teil der Probleme.

Denn viele Familien sitzen bereits heute am Küchentisch und überlegen, wie sie notwendige Behandlungen für ihre Kinder finanzieren können – nicht nur bei Arztbesuchen, sondern vor allem bei therapeutischen Leistungen.

Ergotherapie, Physiotherapie, Logopädie oder Musiktherapie sind für viele Kinder essenziell. Gerade in diesen Bereichen ist die Versorgungssituation seit Jahren angespannt: Kassenplätze sind rar, die Nachfrage hoch und die von der ÖGK vergüteten Honorare vielfach nicht mehr zeitgemäß.

Viele Familien sind daher auf Wahltherapeut*innen angewiesen – und müssen einen Großteil der Kosten selbst tragen.

ÖGK-Obmann Andreas Huss betonte im Zuge der aktuellen Diskussion, es gehe nicht darum, Privatmedizin abzuschaffen, sondern faire Rahmenbedingungen zu schaffen, damit Gesundheit kein Luxusgut werde.

#besserbehandelt unterstützt diese Aussage ausdrücklich.

Denn eine funktionierende Kindergesundheitsversorgung umfasst mehr als ärztliche Betreuung. Sie braucht auch eine flächendeckende, leistbare therapeutische Versorgung. Nur wenn beides zusammengedacht wird, können Kinder die Unterstützung bekommen, die sie für ihre Entwicklung wirklich brauchen.

Basis für diesen News-Beitrag:
News ORF.at, "Schumann überlegt Honorarobergrenzen für Wahlärzte", 03. März 2026, sowie die Broschüre